Passepartout: wofür es gut ist, welche Maße passen, wie man es zuschneidet
Ein Passepartout ist der Kartonrahmen zwischen Bild und Leiste. Er gibt dem Motiv Luft, hält das Papier von der Scheibe fern – und ist der häufigste Grund, warum ein Rahmen größer gekauft wird als das Bild.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Das Passepartout schafft Abstand zwischen Bild und Scheibe – Papier klebt dort sonst mit der Zeit an.
- Der Ausschnitt ist rundum 3 bis 5 mm kleiner als das Bild, damit nichts durchfällt.
- Ein Rahmen mit Passepartout ist meist eine Formatstufe größer als das Bild.
- Abgeschrägte Schnittkanten wirken ruhiger als gerade – sie brauchen aber einen Schrägschnittschneider.
- Ein etwas breiterer unterer Rand lässt das Bild sitzen statt rutschen.
Wofür braucht man ein Passepartout?
Drei Gründe, und der erste ist optisch. Ein Rand um das Motiv trennt es von der Wand und gibt dem Blick eine Ruhezone; Drucke und Fotografien wirken dadurch größer, nicht kleiner. Genau deshalb sieht man Passepartouts in Ausstellungen häufiger als im Möbelhaus.
Der zweite Grund ist konservatorisch. Liegt Papier direkt an der Scheibe, sammelt sich dort Feuchtigkeit; mit den Jahren haftet der Druck stellenweise an. Das Passepartout hält beides auf Abstand. Wer Aquarelle oder Fotoabzüge rahmt, sollte darauf achten, dass der Karton als säurefrei ausgewiesen ist – das ist eine Herstellerangabe, prüfen lässt sie sich am Rahmen nicht.
Der dritte Grund ist schlicht praktisch: Ein Passepartout überbrückt Formatunterschiede. Ein Bild von 30 × 40 cm passt damit in einen Rahmen für 40 × 50 cm, ohne dass es verloren aussieht.
Wie groß muss der Passepartout-Ausschnitt sein?
Der Ausschnitt fällt kleiner aus als das Bild – sonst rutscht das Blatt durch. Üblich sind 3 bis 5 mm Überdeckung auf jeder Seite. Bei einem Foto von 13 × 18 cm misst der Ausschnitt also etwa 12,4 × 17,4 cm.
Das Außenmaß des Passepartouts entspricht dem Bildmaß des Rahmens, in den es eingelegt wird. Diese Tabelle zeigt die gängigen Kombinationen:
| Rahmen (Bildmaß) | Passepartout-Ausschnitt | Passendes Bild |
|---|---|---|
| 13 × 18 cm | ca. 9,4 × 14,4 cm | Abzug 10 × 15 cm |
| 21 × 29,7 cm (DIN A4) | ca. 14,2 × 20,4 cm | Druck in DIN A5 |
| 30 × 40 cm | ca. 19,4 × 29,4 cm | Bild 20 × 30 cm |
| 40 × 50 cm | ca. 29,4 × 39,4 cm | Bild 30 × 40 cm |
| 50 × 70 cm | ca. 39,4 × 49,4 cm | Bild 40 × 50 cm |
Liegt dem Rahmen ein Passepartout bei, ist der Ausschnitt vorgegeben. Bei den meisten Rahmen mit Passepartout in unserem Vergleich steht dieses Maß in der Ausstattungsliste der Einzelseite – eine Ausnahme ist das bomoe-18er-Set: Das Datenblatt nennt zum Passepartout-Ausschnitt keine Werte je Format.
Wie breit sollte der Rand sein?
Als Faustregel für einen frei gewählten oder selbst zugeschnittenen Rand gilt: mindestens so breit wie die Rahmenleiste, eher deutlich breiter – 5 bis 8 cm geben dem Motiv erst die Wirkung, um die es geht. Bei kleinen Formaten und bei werkseitig eingelegten Passepartouts fällt der Rand oft schmaler aus, weil ihn das Verhältnis zwischen Bildmaß und Ausschnitt vorgibt, wie die Tabelle oben zeigt; das ist normal. Wirklich knapp wird es erst unter etwa 2 cm – dort wirkt der Rand wie ein Versehen.
Eine zweite Regel betrifft die Aufteilung: Wer den unteren Rand ein bis zwei Zentimeter breiter schneidet als den oberen, verhindert den optischen Eindruck, das Bild rutsche nach unten. Museen machen das seit jeher so, und der Effekt ist auch im Wohnzimmer sichtbar.
Kann man ein Passepartout selbst zuschneiden?
Ja, mit Einschränkung. Ein gerader Schnitt gelingt mit einem Cuttermesser, einer Stahlschiene und einer festen Unterlage – das Ergebnis ist sauber, aber die Kante bleibt senkrecht und wirkt schmal. Der typische Schrägschnitt mit 45 Grad, der die helle Kartonseele zeigt, braucht einen Passepartout-Schneider mit geführtem Messer.
So gehen Sie vor:
- Außenmaß anzeichnen und den Karton auf das Bildmaß des Rahmens zuschneiden.
- Ausschnitt anreißen – auf der Rückseite, mit Bleistift, Ränder oben und seitlich gleich, unten etwas breiter.
- In einem Zug schneiden, mit frischer Klinge und leichtem Überschnitt an den Ecken. Nachsetzen hinterlässt Stufen.
- Kanten prüfen und Fasern mit feinem Schleifpapier glätten, bevor der Karton in den Rahmen kommt.
Wer nur ein einzelnes Bild rahmt, fährt mit einem fertig geschnittenen Passepartout in Standardmaßen meist besser. Bei einer Serie gleicher Formate lohnt der Schneider.
Wann Sie besser darauf verzichten
- Bei Postern mit randabfallendem Motiv – der Rand nimmt dem Bild genau die Fläche, für die es gemacht ist.
- In einer eng gehängten Bilderwand, in der schon die Zwischenräume die Ruhezone bilden.
- Bei sehr kleinen Formaten, wenn vom Motiv sonst kaum etwas übrig bleibt.
- Wenn die Falztiefe des Rahmens knapp ist: Passepartout, Bild und Rückwand brauchen zusammen Platz im Falz.
5 Rahmen aus unserem Vergleich mit Passepartout
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Fazit
Ein Passepartout kostet wenig und verändert die Wirkung eines Bildes mehr als eine teurere Rahmenleiste. Wichtig sind zwei Zahlen: der Ausschnitt, rundum ein paar Millimeter kleiner als das Bild, und das Außenmaß, das dem Bildmaß des Rahmens entspricht. Wer beides kennt, kann fertige Kartons kaufen und muss nichts schneiden.
Welches Rahmenmaß Sie dafür brauchen, steht im Ratgeber zu Bilderrahmen-Größen. Ob Echtglas oder Acrylglas davorgehört, klärt der Vergleich der Scheibenmaterialien.